Entscheidungshilfe zum Windows 10 Update – Pro und Contra

Computer und Sicherheits-Wissen Artikel 25


Tech-Writer Uwe

Tech-Writer Uwe am 21.11.2015



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Seit September 2015 können alle Windows 7 und 8 - Anwender kostenlos auf Windows 10 upgraden und seit November 2015 steht schon das 1. große Update von Windows 10 bereit. Im Internet scheiden sich die Meinungen zwischen den werbefinanzierten Zeitschriften, die größtenteils den Anwendern das Update auf Windows 10 empfehlen und den privaten Foren, wo doch viele Nachteile und Probleme inhaltlich debattiert werden. Konsumenten sollten ihre Entscheidung zum Upgrade nicht auf Basis der Zeitschriften, sondern auf Erfahrungen anderer Anwender treffen. Die Zeitschriften unterliegen dem Zwang, ob sie Soft- und Hardwarehersteller kritisch durchleuchten und auch an den Pranger stellen oder lieber auf konstruktive Kritik zugunsten ihrer Werbepartner verzichten.


Copyright und Lizenz: Selbst erstellte Grafik zum Blog Entscheidungshilfe Windows-Update.

Update ja oder nein? Pro und Kontra

Eines vorweg - nicht alles ist schlecht an Windows 8 oder Windows 10 und es stehen viele neue innovative Techniken dem Anwender zur Verfügung. Der Kunde muss sich fragen:

  • Was leistet mein aktuelles Betriebssystem und welche Vorteile bringt mir ein Update?
  • Sind meine Apps und Spiele auch auf dem neuem Windows lauffähig?
  • Sind diese Neuerungen den Aufwand und das Risiko eines Updates wert?
  • Soll ich ein gut funktionierendes und ausgereiftes System gegen die Ungewissheit einer neuen Technologie austauschen?
  • Ist die Sicherheit meiner Daten auf dem neuen System gewährleistet?
  • Ist die Rechnerleistung noch ausreichend?
  • Welchen Mehrwert bringt das neue Betriebssystem gegenüber dem alten mit? Was für Funktionen fallen weg?

Es gab mal ein schönes Sprichwort: "Never touch a running system!". Wenn mein aktuelles Windows gut funktioniert, meine Bedürfnisse erfüllt, warum soll ich dann upgraden? Vergesst diese sicherheitspolitischen Hinweise. Das ist die gleiche Argumentation wie bei der Datenvorratsspeicherung, die zum Schutz unserer Freiheit und Kinder nötig ist.

Pro - Für wen eignet sich Windows 8 oder 10?

  • Für Personen, die gerne neues kennen lernen und ab und an einen Tapetenwechsel benötigen.
  • Bei denen es für den PC keine Treiber mehr für Windows XP oder 7 gibt.
  • Falls Software (z. B. Spiele) auf älteren Systemen nicht mehr laufen.

Kontra - Für wen eignet sich Windows 8 oder 10 nicht?

  • Für Personen, die einfach ihren Job oder Freizeit mit dem PC erledigen wollen. Menschen, die meist nur ein paar Emails bearbeiten, im Internet unterwegs sind und ab und an gerne mal zocken.
  • Für Personen, die Wert auf ihre persönlichen Daten legen und nicht zur Optimierung der Funktionen diese Daten mit unzähligen Fremdfirmen teilen möchten.
  • Für Personen, die Verschlüsselung (Festplattenvollverschlüsselung) nutzen wollen.
  • Für Personen, die kritische Daten auf ihrem PC speichern und vielleicht auch was zu verbergen haben (in diesem Fall besser XP).
  • Für Personen, die ein schnelles performantes System bevorzugen.
  • Für Personen, die ihre Zeit sinnvoller nutzen wollen, als nächtelang ihren PC wieder richtig ans Laufen zu bekommen.
  • Für Personen, die keinen Bock auf Totalüberwachung haben und denen Anonymität wichtiger ist.

Entgegen vieler Meinungen und meiner beruflichen Erfahrung halte ich Windows XP immer noch für das zurzeit performanteste und sicherste Betriebssystem. Auf einem neuen PC startet es trotz der 32-Bit Technologie schnell, ist direkt verfügbar und leistet alle Alltagsaufgaben. Die meisten Hersteller unterstützen nach wie vor XP. Das System ist einfach in den Jahren ausgereift und krisensicher. Die Sicherheitsbedenken halte ich für überzogen und für reine Verkaufs- und Überwachungspolitik. Die meisten Problemeinsätze habe ich bei Windows 8 und 10, die mit Schadsoftware (meist im vierstelligen Bereich) trotz aktueller Patches und Virenscanner verseucht sind. Weder Securityboot, die UAC-Benutzerkontensteuerung noch irgendwelche neuen Browser schaffen hier Abhilfe und lassen den Anwender im Glauben von Sicherheit. Gerade hat Microsoft zugegeben, dass kein Windows-Betriebssystem gegen Code-Injection nach dem sogenannten AtomBombing zu schützen ist, weil der Schad-Code einen grundlegenden Windows-Mechanismus ausnutzt.

Sicherheit liegt nicht im Betriebssystem, sondern im Umgang mit dem PC und in der Kombination der richtigen Programme. Diesbezüglich habe ich schon einige Blogs verfasst. Für die Nutzer, die Wert auf 64-Bit-Unterstützung, neue Spiele und einer modernen GUI legen, empfehle ich Windows 7.

Windows 8 und 10 empfehle ich den Forschern, die nichts zu verbergen haben, die sich kostenlos als BETA-Tester zur Verfügung stellen und die Überwachungstechnologien zum Schutz unsere Freiheit unterstützen möchten. Letztendlich wird die Leistung ihres PCs voll und ganz in den Dienst Dritter gestellt.

Anleitung: Automatischen Windows 10 Update deaktivieren

  • Windows-10-Update deaktivieren
    1. Klicken Sie unter Windows 7 auf den Startbutton und unter Windows 8 auf das Icon mit der Lupe.
    2. Zum Öffnen des RegEditor tippen Sie regedit und bestätigen mit Enter und Ja.
    3. Links im Ordnerbaum öffnen Sie den Pfad HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Update\
    4. Sollte der Schlüssel Windows Update nicht vorhanden sein, wird dieser im Menü über Bearbeiten, Neu und Schlüssel angelegt.
    5. Im Schlüssel Windows Update wird über das Menü Bearbeiten, Neu der DWORD-Wert (32-Bit) mit dem Namen DisableOSUpgrade erstellt.
    6. Weisen Sie dem neuen DWORD-Wert DisableOSUpgrade den Wert 1 zu.
  • Zusätzlich Popups deaktivieren
    1. Öffnen Sie dazu im Ordnerbaum den Pfad HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Gwx\
    2. Sollte der Schlüssel Gwx nicht vorhanden sein, wird dieser im Menü über Bearbeiten, Neu und Schlüssel erstellt.
    3. Im Schlüssel Gwx wird über das Menü Bearbeiten, Neu der DWORD-Wert (32-Bit) mit dem Namen DisableGwx angelegt.
    4. Weisen Sie dem neuen DWORD-Wert DisableGwx den Wert 1 zu.
  • Der Neustart des Rechners aktiviert die Änderungen

Datenschutz bei Windows 10

Screenshot: Datenschutzeinstellungen unter Windows 10
Copyright und Lizenz: Selbst erstelltes Screenshot zu Datenschutzeinstellungen unter Windows 10

Microsoft stellt dem Anwender in Windows 10 viele Datenschutzeinstellungen frei. Inwieweit diese real auch angewendet werden, kann ich nicht sagen. Im Zweifel würde ich den Datenschutzeinstellungen insbesondere bei einem ONLINE-Konto misstrauisch begegnen. Bei Windows 8 und 10 sollten sie falls möglich auf die Verwendung eines ONLINE-Kontos verzichten. Nutzen sie weiterhin wie bei XP und Windows 7 ein lokales Konto.

Nach dem ersten Start oder Neuinstallation kann der Anwender unter Einstellungen die Datenschutzeinstellungen bearbeiten. Die Verbraucherzentrale NRW hat diesbezüglich eine sehr hilfreiche Anleitung bereitgestellt.

Downgrade von Windows 10 oder 8 auf Windows 7 inkl. kleine Anleitung

Seit 2011 wird seitens der Hardwarehersteller das UEFI-BIOS angeboten und wie meist von den Medien hoch gelobt. Ein wesentliches Feature ist beispielsweise das schönere Aussehen des neuen BIOS. Mit dem neuen BIOS kann Microsoft sein eigenes BOOT-Image verwenden und die Anwender schon vom ersten Moment überwachen. Die aktuellen PCs müssen diese Option inklusive Security Boot für das neue Microsoft Windows 10 aktiviert anbieten. Diese Einstellung (inkl. GPT-Partition der Festplatte) macht einen Downgrade von Windows 8 oder Windows 10 auf Windows 7 oder XP nicht gerade einfach. Windows XP oder Windows 7 lässt sich nicht auf eine GPT-Partition installieren. Um eine GPT-Partition wieder in eine normale MBR-Partition umzuwandeln, müssen alle Partitionen im Windows 7 – Setup gelöscht werden. Leider auch mögliche Recovery-Partitionen vom Hersteller.

Bitte beachten sie vor einem Downgrade folgende Punkte:

  • Sichern sie alle Daten vom dem PC (nach dem Downgrade sind meist alle Daten unwiderruflich verloren). Schreiben sie sich unter Systemsteuerung – System – Hardware die wichtigsten Hardwarekomponenten wie Netzwerkkarte, Grafikkarte, Soundkarte, etc. auf.
  • Prüfen sie, ob für ihren PC die Treiber auch für XP oder Windows 7 verfügbar sind. Suchen sie dazu die Herstellerseite des PC-Herstellers auf oder direkt beim Hersteller der Komponente. Downloaden sie sich die alten Treiber und sichern diese auf einem Stick oder DVD.
  • Stellen sie sicher, dass sie im Besitz einer gültigen Lizenz von Windows 7 oder XP sind.
  • Erstellen sie sich einen Recovery-Stick oder DVD von ihrem PC. Die meisten Hersteller liefern keine CDs mehr für Treiber oder Betriebssystem mit aus, bieten aber das manuelle Erstellen einer Treiber und Betriebssystem-Wiederherstellungs-CD im Startmenü an.
  • Falls möglich, versuchen sie noch die Windows 8 oder 10 Registrierungsnummer zu retten (notieren).
  • Starten Sie den PC (drücken immer wieder F2 oder ENTF), bis sie in den BIOS gelangen.
  • Deaktivieren sie hier SecurityBoot und ändern den UEFI-BIOS auf LEGACY-Mode.
  • Prüfen sie die Bootreihenfolge im BIOS. Diese sollte auf CD/DVD an erster Stelle und ihre HDD (Festplatte) an zweiter Stelle sein.
  • Legen sie die Windows 7 – SETUP-DVD ein und starten den PC von der DVD.
  • Versuchen sie zunächst nur die alte Windows 8 oder Windows 10 – Betriebssystempartition zu löschen und Windows 7 hier neu zu installieren.
  • Falls Windows 7 meldet, dass er sich auf dieses Laufwerk nicht installieren kann, müssen sie alle Partitionen auf der Festplatte löschen um diese von GPT auf MBR umzustellen.
    ACHTUNG!!! Alle Daten auf der Festplatte (Betriebssystem, Programme, Systemwiederherstellung und ggf. auch private Daten) gehen dabei verloren.
  • Installieren sie nun Windows 7 auf der Festplatte.
  • Installieren sie anschließend die Treiber für Windows 7.

Der Downgrade von Windows 8 oder Windows 10 auf Windows 7 ist recht aufwendig und wird natürlich von Microsoft nicht gern gesehen. Aus meinem persönlichen Erfahrung kann ich nur sagen, dass der Downgrade sich lohnt. Während die Hardware unter Windows 8 und 10 an ihre Grenzen gerät, bleibt bei Windows 7 und vor allem bei Windows XP sehr viel Spielraum übrig.

Hier noch ein paar Windows-Mythen:

Schaubild: Windows Mythen
Copyright und Lizenz: Selbst erstelltes Schaubild zu Windows Mythen

  • Auf einem 64-Bit Computer muss auch ein 64-Bit Betriebssystem installiert sein.
    FALSCH: Wenn der Hersteller auch 32-Bit Treiber anbietet, kann auch ein 32-Bit Betriebssystem installiert werden.
  • Ein 32-Bit Betriebssystem reizt die 64-Bit Technologie der Hardware nicht aus.
    RICHTIG: Aber der Mehrwert liegt maximal bei 10 bis 20 Prozent. Diese 10 bis 20 Prozent werden jedoch durch das 64-Bit Betriebssystem mehr als aufgefressen. Netto bleibt das System meist langsamer.
  • Windows 8 und 10 sind deutlich sicherer als Windows XP oder 7.
    FALSCH: Sicherheit gab, gibt und wird es auch nie für diese Systeme geben. Virenscanner helfen hier auch nicht weiter. Ich verwende immer noch Windows XP im Internet und hatte bis zum heutigen Tag noch nie Schadsoftware. Es gibt nur eine Hand voll Regeln, die ein Anwender beachten muss (z. B. Firefox-Browser mit NoScript-AddIn). Wie das geht, habe ich in vergangenen Blogs schon beschrieben.
  • Windows 8 und 10 sind schneller und besser als Windows XP oder 7.
    HMM: Dies wird von den Herstellern und den Medien auch in vielen Benchmark Test gesagt und scheinbar bewiesen. Vielleicht bin ich der Einzige auf der Welt, der das nicht so empfindet. Windows 10 soll so schnell starten wie noch nie… Ja – scheint so, aber bevor ich dann richtig mit dem PC arbeiten kann und die Festplatte sich halbwegs beruhigt hat, dauert es Minuten. Beobachtet einfach mal die Festplattenaktivität bei einem Windows 10 PC im Vergleich zu XP oder 7.
  • Spiele laufen deutlich besser auf Windows 8 und 10.
    HMM: Konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Ich habe 2 PCs mit identischer Hardware, als Betriebssystem Windows XP und Windows 10 und einem anspruchsvollen Spiel. Während beim Windows XP das Spiel flüssig und gut läuft, rappelt es bei Windows 10 ohne Ende… und nein – es ist kein altes Spiel, sondern Tagesaktuell.
  • Trennt euch vom Glauben an Berichten, Tests und Versprechungen, die die Hersteller und Medien von sich geben. Schlussendlich bildet euch selbst eine Meinung und probiert es aus oder fragt Freunde. Wenn ihr im Internet Informationen sucht, dann besser in privaten Foren als auf werbefinanzierten Plattformen.

FAZIT

Wie immer gilt, was ich hier von mir gebe ist nur meine Meinung und meine persönliche Empfindung zu Pro & Contra von Windows 10. Ich verzichte auf Beweise, Referenzen und Herleitungen. Für mich kommt in den nächsten Jahren aus beruflichen Gründen Windows 8 und 10 nur auf Testsystemen zum Einsatz. Niemals würde ich einem Kunden diese Systeme für einen Wirkeinsatz empfehlen. Falls du mit deinem PC einfach nur vernünftig arbeiten willst, bist du mit Windows 7 auch ohne Sicherheitsupdates gut versorgt. Windows 8 und 10 sollte nur verwendet werden, wenn euch die Hardware (Treiber) oder Software (Spiele) zu diesen neuen Systemen zwingen. Vergesst nicht, dass ihr ab Windows 8 eure Privatsphäre mit Unbekannten teilt, insbesondere mit einem ONLINE-Konto.

"Eine Festplattenvollverschlüsselung und damit der Schutz meiner Daten mit microsoftfremden Produkten geht meiner Meinung nach nicht mehr" – Warum?

"Insbesondere bei Windows 10 wird das Anlegen eines lokalen Kontos so versteckt, dass sich die meisten Anwender ein ONLINE – Konto anlegen" – Warum?

"Windows 10 liefert bereits so viele hauseigene Apps (inkl. Wetter, Xbox, etc.) mit, die sich nicht einfach entfernen lassen" – Warum?

"Die Voreinstellungen des Betriebssystems nach einer Neuinstallation (wohl bemerkt immer etwas Versteckt) sind alle auf Hose runter gesetzt" – Warum?

Windows 10 entspricht im Design den Wünschen vieler Regierungen und Geheimdiensten. Ständige ONLINE-Überwachung, im Betriebssystem integrierte Datenvorratsspeicherung und einfache Kommunikationstransparents. Falls ihr Firmen Geheimnisse, gesetzeskritische oder politische Daten auf dem PC habt, Finger weg von Windows 8 und 10.

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