Kryptowährungen – Sicherheit für Einsteiger

Artikel 92 des Computer und Sicherheits-Wissen von apm24.de Computerhilfe Seibersbach (zur Übersicht)


Autor Paule

Autor am 03.06.2022



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Bei Kryptowährungen handelt es sich um ein digitales Finanzprodukt. Einige davon sind auch als Währung oder Bezahlmittel konzipiert. Eine staatliche Anerkennung ist aktuell (2022) jedoch nur in sehr wenigen Ausnahmen gegeben. Die hohe Volatilität macht es für eine Bezahlung von Waren eher ungeeignet. Kryptowährungen dienen eher als Anlage und Spekulationsobjekt. Lange Zeit war die Bezahlung mit Kryptowährungen für spezielle Geschäfte (anonym) sehr beliebt. Die Anonymität ist inzwischen nicht mehr 100%ig gegeben. Mittels einer starken Verschlüsselung wird das Übertragungsprotokoll gesichert. Diese kontinuierlich erweiterbare Liste wird als Blockchain bezeichnet. Der Besitz einer Kryptowährung wird über den Besitz des Verschlüsselungs-Schlüssels geregelt.


Copyright und Lizenz: Von "Computerhilfe Seibersbach" erstellte Grafik zum Artikel Kryptowährungen.

Spielgeld

Bitcoin und Co haben in den letzten Jahren viele Menschen durch extreme Kursanstiege reich gemacht. Wer in das Geschäft mit Kryptowährungen einsteigen und mitbieten will, sollte dies nur mit Geld machen, dass er zu viel und in freier Verfügung hat. Neben Kursanstiege hat es auch immer wieder Kurseinbrüche gegeben, die bei den Anlegern zu Verlusten geführt haben. Solange man das Geld nicht braucht, können die Kursverluste häufig durch Abwarten wieder relativiert werden. Daher sollte niemals geborgenes oder geliehenes Geld (Darlehen) für den Erwerb von Kryptowährungen eingesetzt werden.

Wir können hier keine Anlageberatung vornehmen und wollen auch mehr auf die Sicherheit eingehen. Wer tiefgreifendere Informationen zur Technik sucht oder eine detaillierte Anleitung für den Einstieg benötigt, der wird im Netz schnell fündig. Unzählige Quellen befassen sich dabei auch mit dem Vergleich der einzelnen Kryptowährungen oder mit weiteren Blockchain-Alternativen.

Kryptowährungen erwerben

Wer mit Kryptowährungen handeln möchte, muss sich neben dem Besitz eines Wallets bei einem entsprechenden Online-Marktplatz anmelden. Für die Auswahl siehe die folgende Übersicht über die Coinbase Alternativen 2022. Nach der Anmeldung kann jeder mit den im Internet gängigen Zahlungssystemen (z. B. PayPal) Kryptowährungen erwerben oder veräußern. Dabei sollte auf die Seriosität und optional den Sitz der Broker (Banken) geachtet werden. Im Weiteren läuft der Handel wie bei normalen Artikeln ab. 

Sicherheit 

Gerade wenn auf dem PC Finanzgeschäfte und Online-Banking durchgeführt werden sollen, sollte besonders auf die eigene Sicherheit Wert gelegt werden. Beim Online-Banking oder Aktiengeschäften bietet die 2-Faktor-Authentifizierung schon eine gewisse Sicherheit gegen Missbrauch. Die Verwendung von 2 Geräten (z. B. PC und Handy) für die Freigabe einer Transaktion erschwert es Angreifern Daten abzugreifen.

Kryptowährungen können Offline auf dem eigenen PC oder Handy in einer eigenen Wallet oder Online beim Broker (Bank) gespeichert werden. Bedenken sollte man jedoch, dass ein Offline-Wallet wie Bargeld ist. Geht das Wallet oder das zugehörige Passwort verloren, führt dies auch zum realen Verlust der Kryptowährungen und diese können NICHT wiederhergestellt werden. Dies kann zum Beispiel durch eine defekte oder versehentlich entsorgte Festplatte oder Datenträger geschehen.

Dieses Risiko ist bei einer Online-Speicherung beim Broker (Bank) deutlich geringer. Eine Offline-Wallet kann auch durch Trojaner und andere Schadsoftware abgegriffen werden und so in den Besitz Dritter gelangen. Wie bereits gesagt, kann alternativ zu diesem Software-Wallet auch ein Online-, Web- oder Hardware-Wallets verwendet werden, welche sich letztlich in der Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit unterscheidet. In der Vergangenheit kam es schon vor, dass Online-Wallets gleichfalls gestohlen wurden oder der Broker von heute auf morgen nicht mehr verfügbar war.

Bei einer Offline-Wallet sollten sie folgende Sicherheits-Tipps beachten:

  1. Windows-Sicherheit: Umfangreiche Informationen zur PC-Sicherheit finden Sie in dem Windows 10 Artikel und sollte unbedingt berücksichtigt werden. 
  2. Netzwerk absichern mit einer Firewall (Firewall – Schutz vor Angriffen?
  3. Backup anlegen: Gerade wichtige Firmendaten, Bilder und Videos oder das eigene Crypto-Wallet sollte an mindestens 2 unterschiedlichen Orten gespeichert werden, welche zudem möglichst physikalisch getrennt sein sollten. Zwar gibt es nie einen absoluten Schutz vor Defekten oder auch Trojanern, mit einem Backup allerdings wird der Datenverlust signifikant minimiert. Am besten ist es hierfür eine externe Festplatte zu benutzen. Entweder werden die Daten selbst kopiert, oder aber es wird ein passendes Backup-Programm hierfür genutzt. Schnelle und umfassende Computerhilfe gibt es zudem hier. Denn wenn Dateien einmal gelöscht sind, so lassen diese sich häufig nicht oder nur mit sehr großem technischen und finanziellen Aufwand restaurieren. Auch mit einer Cloud-Speicherung ist man nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Häufig erfolgt die Sicherung durch eine Synchronisation zwischen dem PC und der Cloud. Werden auf der einen Seite die Dateien gelöscht oder kompromittiert, so erfolgt dies durch die Synchronisierung automatisch an beiden Speicherorten.
  4. Virenscanner: Zugegeben, bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Die einen sehen den in Windows enthaltenen Defender als völlig ausreichend an, was auch in Test immer wieder belegt werden kann. Alternative Sicherheitsprogramme sind häufig eine schlechte Wahl, gerade wenn diese kostenlos angeboten werden. In der Regel bietet niemand etwas ohne Hintergedanken umsonst an und sei es nur, um Daten des Kunden abzugreifen. Jeder sollte sich Gedanken machen, welche Daten ihm wichtig sind und auf welchem Wege der Computer angegriffen werden kann. Das größte Problem ist ein zu sorgloser Umgang mit dem PC und das Unterschätzen von Gefahren. Im Notfall helfen Experten ebenfalls per Fernwartung.
  5. Updates: „Never touch a running System!“ - bleibt gültig. Allerdings sollte der verwendete Browser für die Finanzgeschäfte immer aktuell gehalten werden.
  6. Passwort-Sicherheit (Wallet): Jeder User hat im Regelfall eine Vielzahl von Passwörtern. Diese gilt es von Beginn an auf einer soliden Basis aufzubauen. Ein sicheres Passwort hat mindestens 12 Zeichen, inklusive Ziffern und Sonderzeichen. Besonders kompliziert wird es, da jeder Dienst (Webseite, Shop, Online-Banking, Wallet, Pin, etc.) sein eigenes, möglichst individuelles Passwort besitzen sollte. Auch mit dem besten System kann man sich nicht mehrere dutzend unterschiedliche Passwörter merken. Entweder werden diese möglichst verschleiert an einem sicheren Ort notiert oder es wird direkt ein sogenannter Passwortmanager genutzt. Dieser ermöglicht den Zugriff auf alle Passwörter nach der Eingabe des sogenannten Masterpasswortes oder besser noch durch eine 2-Faktor-Authentifizierung. Zudem ermöglicht dieser häufig die Nutzung eines Passwort-Generators, wodurch die Länge und die Komplexität der verwendeten Passwörter noch deutlich gesteigert werden kann. 

TIPP: Für Finanzgeschäfte sollte ein eigener Browser verwendet werden. Das heißt in Kürze, wer Überweisungen und Krypto-Geschäfte über Firefox tätigt, sollte beispielsweise für das "normale" Surfen den Google Chrome Browser oder Brave-Browser verwenden!

Fazit

Kryptowährungen sind ein heißes und interessantes Geschäft. Von heute auf morgen kann man sehr viel gewinnen, aber auch verlieren. Verlust ist es erst, wenn das „Buchgeld“ realisiert, also die Kryptowährung wieder in reales Geld getauscht wird. Nutzt man Geld, dass man ggf. in ein paar Wochen oder Monaten benötigt, kann der Kurswert negativ sein und der Verlust ist real gegeben. Bei „Spielgeld“ kann eine Durststrecke auch schon mal überbrückt werden, bis der Kurswert wieder im Plus liegt. 

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