Online-Shopping - aber sicher!

Artikel 88 des Computer und Sicherheits-Wissen von apm24.de Computerhilfe Seibersbach (zur Übersicht)


Tech-Writer Uwe

Tech-Writer am 25.03.2022



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Bereits seit vielen Jahren ist der Onlinehandel ein Wachstumsmarkt, indem sich neben der großen und bekannten Handelsplattformen auch immer mehr "kleinere" und Nischenanbieter etablieren. Spätestens mit dem Lockdownn durch die Corona-Pandemie sind inzwischen auch die letzten Ladengeschäfte gezwungen sich im Internet mit einem eigenen Onlineshop zu präsentieren. Neben einer notwendigen Strategie zum Überleben bietet ein Shop im Internet eine zusätzliche Wachstumsperspektive. Dabei sind zum Schutz des Verbrauchers viele gesetzlich Vorgaben zu erfüllen. Unter anderem ist eine eindeutige Firmenbezeichnung mit Adresse, die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung), AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen) und vieles mehr notwendig.


Copyright und Lizenz: Von "Uwe" erstellte Grafik zum Artikel über den sicheres Online-Shopping

Leider wird der Onlinehandel auch von Trickbetrügern und Fakeshops heimgesucht, die den Verbraucher in geschickte Fallen locken. Im ungünstigsten Fall kauft ein Verbraucher im Onlineshop "XYZ" einen Artikel, erhält nach dem Bezahlen aber nie die Ware.

Auf Nummer sicher beim Online-Shopping

Inzwischen ist es nicht mehr ganz so einfach zwischen einem seriösen Onlinehandel und einem "Fakeshops" zu unterscheiden. Gerade in Bezug auf Aussehen, Professionalität und Technik unterscheiden sich die Shops kaum. Meist locken die Betrüger mit besonders günstigen Angeboten den Kunden in die Falle, z. B. hochwertige Elektronik-Artikel. Die Betrüger werden wie die seriösen Shops in Preis-Vergleichsportalen gelistet, in denen diese mit besonders günstigen Lockangeboten unter den ersten Treffern gelistet werden. Der Kunde klickt auf das vermeintlich günstige Angebot und legt es in den Warenkorb.

Fallstrick Vorkasse

Geblendet von dem guten Preis geht es ab zur Kasse und hier wird zum Beispiel wegen technischer Probleme oder ganz ohne Angabe von Gründen Vorauskasse oder Kreditkarte gefordert. Naja - sowas kann ja mal vorkommen und man möchte das unvergleichliche Angebot auf jeden Fall wahrnehmen. Also kurz den Betrag angewiesen und der Artikel wird nach Geldeingang sofort verschickt. Der Kunde erhält inzwischen auch eine Bestellbestätigung per Email - hat scheinbar alles gut geklappt - oder?

Nein - wenn man Pech hat und in der Hitze des Gefechtes auf einen Fakeshop hereingefallen ist, ist die Bestellbestätigung das Letzte, was noch kommt.

Problem Kundendaten

Neben dem Verlust des Geldes sind auch die persönlichen Kontaktdaten (Rechnungsadresse des Kunden, Email-Adresse, Kontoverbindung, Kreditkartennummer) an den Betrüger übermittelt worden. Diese Daten werden nicht selten gesammelt und weiter gegeben. Hat der Shop auf eine Anmeldung bestanden - also Name, Adresse, Email - so hat er auch ihr Passwort für den Shop. Die Menschen merken sich nicht gerne unendlich viele Passwörter und verwenden oft ein "Standardpasswort". Dieses Passwort kann aber muss nicht zu anderen Onlinekonten passen, aber die Betrüger werden diverse große Portale mit ihrer Email-Adresse und Passwort durchprobieren. Werden Sie fündig, können auf ihre Kosten noch weitere Waren bestellt werden.

TIPP: Für jeden Online-Shop sollten individuelle Passwörter für die Anmeldung verwendet werden. Diese sollten sorgfältig notiert werden, sei es auf einem Blatt Papier oder digital, beispielsweise mit dem Passworttresor abylon KEYSAFE.  

Wie kann der Verbraucher Streu vom Weizen trennen?

Wie bereits erwähnt, ist der erste Eindruck überzeugend. Der Shop wird in der Internetsuche oder auf einem Vergleichsportal gelistet und der Kunde klickt auf das äußerst gute Angebot. Damit sind wir schon beim ersten Prüfpunkt:

  • Unglaublich günstiger Preis" - jeder kann Glück haben und auf ein verführerisches Angebot treffen. Das bedeutet nicht gleich, dass es ein Fakeshop ist. Zumindest ist es ein Punkt, wo der Kunde auf die anderen Hinweise besonders achten sollte.

TIPP: Niemand hat etwas zu verschenken. Gerade bei besonders guten Angeboten ist besondere Vorsicht angeraten.

  • Hat der Shop seine Kontaktdaten auf der Seite? Firmenname, komplette Firmenadresse, Sitz, Umsatzsteuer-ID (USt-IdNr.), Telefonnummer für Support, AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen)? Ja - viele Fakeshops bieten das schon an - halt nur nicht real. Die Adresse stimmt meist nicht und unter der Telefonnummer ist kein Anschluss. Einfach vor dem Kauf die Telefonnummer wählen und schauen, wer sich da meldet! Fragen zum Produkt kann man beim seriösen Händler auch telefonisch stellen. 

ACHTUNG: Ausländische Shops sind nicht verpflichtet, entsprechende Daten anzugeben. Hier ist die Prüfung der Seriosität besonders schwierig. Zudem sind bei ausländischen Onlinebestellungen zu beachten, dass in der Regel noch Zollgebühren und Mehrwertsteuer anfallen können. 

  • Seriosität des Shops mit Internet-Suchmaschinen prüfen: Einfach mal in der Internetsuche eingeben: "Ist der Shop XYZ seriös?" oder "Erfahrungen mit dem Shop XYZ!" Häufig sind die Shops schon von Profis wie Trustpilot oder Seriöse-Shops und anderen geprüft und bewertet worden. Hier kann der Kunde schon mal einen Eindruck von dem Shop bekommen und beispielsweise die Adressdaten prüfen. Neben der Seriosität wird hier von anderen Kunden auch eine Bewertung abgebeben, was besonders gut oder schlecht bei dem Shop war. Allerdings darf man auf die Bewertungen nicht so viel Wert legen, da diese auch getürkt sein können. Tendenziell besonders interessant sind dabei die negativen Erfahrungen, welche aufmerksam gelesen werden sollten.
  • Zahlungsmethoden sind gleichfalls ein wichtiges Indiz auf Seriosität. Ein Fakeshop bietet in der Regel kein PayPal oder Rechnungskauf an. Dies liegt zum einen am Käuferschutz von PayPal, welches bei Problemen und Ungereimtheiten (fehlerhafte oder nicht erhaltene Waren) dem Kunden das Geld zurück überweist. Zudem führt PayPal über alle Webshops ein sogenanntes Scoring, wodurch Fakeshops schnell erkannt und umgehend gesperrt werden. Auch bei Rechnungen braucht der Kunde erst nach Erhalt der Ware bezahlen, wodurch das Risiko beim Anbieter liegt.
    Anders sieht es mit den Zahlungsarten Überweisung, Vorauskasse, Barzahlung, Lastschrift oder Kreditkarte aus. Wenn der Kunde seine Ware bei diesen Zahlungsarten nicht erhält, kann er den Rechnungsbetrag nicht zurückfordern. Letztlich wird der Kunde in diesen Fällen allein gelassen und bleibt auf dem Schaden sitzen.

TIPP: Ein ganz entscheidender Punkt beim Onlinekauf sind die angebotenen Zahlmethoden. Wie beschrieben gibt es Zahlmethoden, beim dem das Risiko beim Kunden liegt. Bei PayPal oder Rechnungskauf geht der Verkäufer in Vorleistung und trägt somit das Risiko, denn auch Kunden können einen Onlinekauf betrügerisch ausnutzen. Wer bei hochwertigen Artikel auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte Elektronik auf Rechnung oder per PayPal bestellen. 

  • Es ist immer ein Vorteil, wenn der Shop in Deutschland ansässig ist. Informationen zu Shops im Ausland sind schwieriger und unterliegen nicht den deutschen gesetzlichen Regelungen. Das bedeutet nicht, dass der Kunde nur in Deutschland bestellen sollte - aber es erhöht die Sicherheit.
  • Manche Betrüger nutzen "Rechtschreib- oder Tippfehler" in der Firmenbezeichnung und der URL (Webseitenadresse), um als bekannter seriöser Shop wahrgenommen zu werden.
  • Zum Schluss kann auch angefragt werden, wie lange der Shop schon existiert. Wann wurde er gegründet und welche Gesellschaftsform hat er (GmbH, AG, etc.). Diese Daten können zwar gefälscht sein, aber es sind viele kleine Bausteine, die passen sollten.

TIPP Leider ist aus datenschutzrechtlichen Gründen die Abfrage bei der DENIC zum Alter und Domaininhaber einer Webseite nicht mehr möglich. Aber das Internet bietet dennoch zahlreiche Möglichkeiten, mit einer geschickten Suchanfrage die Seriosität eines Webshops zu ermitteln. Beispielsweise kann beim Bundesanzeiger.de die Finanzberichte eingesehen werden oder über das Bundeszentralamt für Steuern die Umsatzsteuer-ID geprüft werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Domain über die WayBackMachine zu prüfen. Hier kann eingesehen werden, wie lange die Domain verfügbar ist und ob darunter schon immer der entsprechende Webshop angeboten wurde. 

Fazit

Schlussendlich bleibt beim Onlinehandel immer ein Restrisiko des Verlusts von Geld und persönlichen Daten. Der Schaden ist für den Kunden zumindest etwas erträglicher, wenn er weiß, dass er nicht ganz naiv auf einen Betrüger hereingefallen ist. Aus aktuellen Gründen (Krisen, Transport, Zoll) wird auch ein Kauf bei einem ausländischen Online-Anbieter gerade nicht einfacher. Hat man selber gute Erfahrungen mit einem zuverlässigen Shop gemacht, lohnt es sich nicht wegen ein paar Euro Ersparnis zu einem unbekannten Anbieter zu wechseln. 

Wer sich bei einer Onlinebestellung von Computerhardware oder elektronischen Geräten unsicher ist oder Unterstützung benötigt, der kann sich vertrauensvoll an uns wenden.  

Wer selbst eine gute Strategie entwickelt hat, um seriöse Shops zu finden, kann diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. 
 

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